LEGALLY BLONDE [2001]

Dieser Post sollte eigentlich letzte Woche Dienstag veröffentlicht werden. Pünktlich zum Semesterstart also, weil ich ja versucht habe zu erläutern, was für ein extrem motivierender Film dieser unterschätzte „Mädchenfilm“ eigentlich ist. Jetzt ist der Drops gelutscht, also will ich mal die fälligen Screenshots mit wenigen Worten präsentieren. Die Story ist Euch sicher allen bekannt. (Gebt’s zu!) Und ich wette, dass auch einige unter Euch sind, die der Film so richtig glücklich gemacht hat, nicht? Ist ja auch nicht sonderlich schwer, solange ein Film den kommerziellen Regeln folgt. Der Soundtrack ist auch schön mies und die Kostüme versinken im Barbiefarbrausch. Aber währenddessen kommt man auch sicher nicht umhin sich zu denken, dass der Film eigentlich verdammt clever ist und auf eine ironische Art und Weise ziemlich feministisch. Elle Woods (Reese Witherspoon), di von allen unterschätzt und von Klischees eingenommen wird, beweist Klasse und Menschlichkeit, Intelligenz und Ehrgeiz, ohne dabei jemanden ausstechen zu müssen. Sie setzt sich mit harter Arbeit durch, lässt sich von Vorurteilen nicht unterkriegen (gelegentliche Tiefs und Selbstzweifel kennen wir ja alle mal) und bleibt sich selbst verdammt nochmal treu. Scheiße, sie steht einfach auf Pink, dann lasst sie doch! Sie trägt nunmal gerne Designerschuhe, lasst sie halt! Und ihre neue beste Freundin ist eine tollpatschige, in die Jahre gekommene Maniküristin, fuck yeah! Elle Woods überwindet alle Hindernisse (und da kommen einige auf sie zu!) und bleibt sich am Ende treu und macht damit ihre Mitmenschen zu besseren Persönlichkeiten. Mit Klischees aufräumen, indem man sie bedient. Wie sie in ihrer Abschlussrede im Film sagt, „dass der erste Eindruck nicht zwangsläufig der richtige ist“. Dass man mit Leidenschaft hinter seinen Ambitionen stehen muss und alles erreichen kann, was man nur will. Und dass man sich nicht von jedem (ja, Zitat) „Schwanzträger“ runtermachen lassen soll. So viele Botschaften und so viel Power steckt im Film und genau deshalb sehe ich ihn mir immer wieder gerne an. Gerade in diesen deprimierenden Phasen, in denen man sich überlastet und verunsichert fühlt. NATÜRLICH BLOND ist absolute Girl Power!

Und so sieht Elle Woods aus, als sie sich noch innerhalb ihres gewohnten Umwelds bewegt und noch keine Bekanntschaft mit ihrer toughen Umwelt gemacht hat. Pink ist im Film ihr Erkennungszeichen. Und weil diese Farbe ikonografisch so vorbelastet ist, unterstützt sie perfekt den Eindruck des naiven Blondchen, das Elle auf ihre Mitmenschen zunächst ausübt.

Den pailettenbesetzten Bikini trägt sie im Film vier Mal und jedes Mal in einer anderen Farbe. Da hat eine wohl eine californische Nachwuchs-Bikini-Designerin gute Kontakte gehabt.

An der Juristischen Fakultät Harvard angenommen wählt Elle folgende Outfits für ihre ersten Tage als Jurastudentin. Wer kennt das nicht, das sich anpassen an neue Situationen, vielleicht einem neuen Job oder eben einer neuen Uni. Ein interessanter Aspekt von Kleidung/Verkleidung. Sicher ist jeder von Euch mal in die Situation gekommen, darüber nachgedacht zu haben, was in dieser neuen Phase wohl am besten passen könnte. Und man bedient sich zwangsläufig Klischees. Ein Bürojob verlangt, das erzählt uns auch jede Frauenzeitschrift in ihrem Stilratgeber, einen diskreten Rock und Bluse. Nur mal so als Beispiel. Und Elle hält offenbar Kostüme, Wollcardigans, eine intellektuelle Schiebermütze und eine noch intellektuellere Lesebrille für die passende Ausstattung einer seriösen Studentin:

Und das sind die passenden Kostümchen für miese Tage, an denen einfach alles schief läuft:

Das legendäre Bunnykostüm, das Elle auf einer vermeintlichen Kostümparty trägt, führt sie zum absoluten Tiefpunkt im Film, der gleichzeitig ihr größter Antrieb ist, sich so richtig zu beweisen.

Und schließlich gibt sie die „Kostümchen“ auf und beschließt, ihrem Look treu zu bleiben. Das sieht dann ungefähr so aus:

Aber unübersehbar trägt sie für ihren Praktikumsplatz in der Kanzlei ihres Dozenten „Kostümchen“. Viel erwachsener wirkt sie in ihnen, die Mädchenfarbe Pink kommt erstmal gar nicht vor, vielmehr schwarz und weiß, was sie seriöser erscheinen lässt. Nur zum Ende hin beim Prozess, als sie es nochmal allen so richtig zeigen will, trägt sie ihre Lieblingsfarbe und glänzt wahrlich darin. Und so als persönliche Randinfo: Das erste Oufit, das jetzt folgt, mit der Kragenschleife und der Seitenwelle, das habe ich damals in der Schule bei einer Konferenz tatsächlich 1:1 nachgestylt. Ich war jung und brauchte den Auftritt. Nein aber mal ernsthaft, ich finde das ist das schönste „Bürooutfit“, das ich je bei einer Frau gesehen habe, weil es irgendwie klassisch aber modern ist, sinnlich aber seriös, stilvoll und… ja einfach Perfektion ist. Damals mit 17 fand ich’s einfach nur geil, aber bis heute ist diese Aufmachung mein Lieblingsoutfit im gesamten Film!

Und weil das Thema blonde Haare so eine wichtige Rolle im Film spielt, wird Elles Haarfarbe in der Schlusszene etwas nachgedunkelt. Ganz unauffällig und vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber ihr Blondton scheint einige Nuancen dunkler zu liegen und somit ihre, naja, erlangte Reife zu symbolisieren. Graue Haare stehen ja schließlich auch für Weisheit und je dunkler das Haar, desto seriöser der Mensch, so meint man.

Zum Schluss noch ein kleiner Seitenblick auf zwei Nebenfiguren im Film. Die bezaubernd trashige Paulette (Jennifer Coolidge):

Und die hochgeschlossene, frigide Kommilitonin und Verlobte von Elle Woods‘ Ex-Freund Vivian Kensington (Selma Blair). Und wenn mich der Film eins gelehrt hat, dann, dass ich die Wirtschaftsstudentinnen aus meiner Uni, die ungefähr den gleichen Look pflegen wie Vivian, nicht verurteilen sollte, nur weil ich ihre Perlenketten so scheiße finde. Selma Blair macht mir den Look doch auch ganz sympathisch:

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