HEATHERS [1988]

HEATHERS soll als Serie wieder auf die Leinwand zurückkommen und weil mich das wirklich traurig macht, möchte ich mit Euch nochmal wehmütig an das Original zurückdenken. Ich meine, dieser surreale Humor, kann man den wirklich so wiederholen? Haben amerikanische Highshool Schüler von heute überhaupt die gute alte Teenage Angst? Und wie kann die Serie ohne Schulterpolster, Zopfgummis und voluminöse Lockenhäupter überhaupt funktionieren? Warum nur blinken immer die Dollarscheine auf den Augen der Produzenten, wenn etwas so gehypt wird, dass sie direkt meinen, ein Remake oder eine achte Fortsetzung oder eine Umwandlung zum Serienformat umzusetzen? Dass das ganze 25 Jahre nach dem Erscheinen des Films passieren soll, liegt natürlich mit Sicherheit daran, dass der Film einst nicht so populär war, wie die Heathers-Clique an der Highshool und heute, Dank des Internets und unser aller Liebe für heftige Schulterpolster, umso mehr. Dabei ist HEATHERS ein ziemlich intelligenter Film, der sich kritisch mit Gesellschaftsordnungen auseinandersetzt, am Beispiel einer Highschool, wo das Kastensystem ausgeprägter ist als anderswo auf der Welt. Mit dunklem, morbidem Humor wird dargestellt, wie sich die rebellische Veronica (wunderbar von Winona Ryder dargestellt) mit dem psychopathischen Außenseiter J.D. (Christian Slater) verbündet und, naja, aus Versehen, ihre verhassten populären Mitschüler killt. Die populärsten unter ihnen sind drei Freundinnen, die alle jeweils Heather heißen und sich nur in ihrem Rang zueinander unterscheiden.

HEATHER CHANDLER (KIM WALKER) ist die Anführerin der Mädchenclique. Schon bei der Lieblingsbeschäftigung der Clique, dem Cricket, wird klar, dass sie die Gewinnerin ist und das Spiel nach ihren Regeln abläuft. Ihr Machtsymbol ist dabei ihr rotes Harrband, dass sich wie ein (hoho) roter Faden durch den Film zieht. Rot ist auch offenbar Heathers Lieblingsfarbe, was gerade deshalb wichtig ist, weil auf Farbsymbolk hier viel Wert gelegt wird. Aber dazu später mehr. Heather erfüllt jedenfalls schon alle Kriterien eines typische Heathers-Filmkostüm: die wilden Locken sind elegant gebändigt, die Outfits sind immer in Farbblöcke gehalten, uni und gemixt. Riiiiesige Frankenstein-Schulterpolster zieren die entsprechenden Blazerpartien und zu jeder Aufmachung wird die Strumpfhose farblich passend gewählt. Heather I ist die Prinzessin der Highschool, sie ist schön, reich und populär. Doch Teenagerkomplexe nagen an ihr, die Bestätigung kommt nicht von allein. Sie schikaniert ihre Mitschüler und findet einen erbärmlichen Tod:

HEATHER MCNAMARA (LISANNE FALK): Heather II hält sich sowohl bei ihrer Kleiderwahl als auch bei der Inneneinrichtung ihres Zimmers an die Farbe Gelb. Als zweite im Rang symbolisiert die Ampelfarbe vielleicht das Warten auf den Thron (sag ich jetzt nur mal so, denn eigentlich scheint Heather II nicht wirklich mitgenommen vom Tod Heathers I., sondern verfällt in ein deprimiertes Tief, wo die Geschehnisse auf der Highshool an ihr vorbeigeschehen:

HEATHER DUKE (SHANNEN DOHERTY): Oh, Heather II ist sicher die gefährlichste unter den Heathers. Während Heather I zu Beginn noch die Highschool regiert, lauert sie im Hintergrund, spielt die devote Freundin, kämpft noch mit ihren Unsicherheiten (Bulimie und so), doch bildet sich weiter und schnappt zu, sobald die beiden ersten Heathers „beseitigt“ sind. Während die dritte Heather sich stets an ihre Farbangabe Grün hielt und das auch in allen Tönen umsetzte, wird ihre Farbwahl zunächst neutral, bis sie sich schließlich siegreich für Rot entscheidet, die Farbe Hethers I.. Und als wär das nicht schon frech genug, stülpt sie sich am Ende das rote Haarband Heathers I. über, dass zuvor wie eine Krone ihren Kopf krönte und nun Heather III. schmückt. Und so weiter. für mich ist natürlich Shannen Doherty die beste unter den Heathers! Ihre Accessoires, wie die Broschen, Handtaschen und Gürtel sind ein Augenschmaus. Wie keine der anderen kombiniert sie die Karomuster mit kräftigen Farben, föhnt ihre Haare mal glatt oder definiert ihre Locken, verzichtet größtenteils auf die hässlichen Colorstrumpfhosen und zieht sich recht erwachsen an, ziemlich seriös sogar, wie eine stylishe Büroangestellte. An Heather III. wird erst der typische Heather-Look deutlich und ich sehne mich automatisch zurück zu jener Zeit, nur um die Outfits der Frau an meiner Schule nachstylen zu können. Wie schade, dass ich kein Teenie mehr bin.

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  1. Pingback: HEATHERS | VERONICA SAWYER « proletkult

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