SIGOURNEY WEAVER IN HEARTBREAKERS

Die Kostüme von Sigourney Weaver in HEARTBREAKERS wurden speziell von Ann Roth entworfen. Die Tatsache, dass für ihren Charakter eigens dafür eine Kostümbilderin engagiert wurde, lässt auf die Wichtigkeit der Rolle für den Film schließen, bzw. der Wichtigkeit ihrer Kleidung. Ann Roth ist schließlich auch nicht irgendwer, 1997 wurde ihre Arbeit für THE ENGLISH PATIENT mit einem Oscar gewürdigt, daneben gab es einige Nominierungen und auch andere Auszeichnungen. Und Sigourneys Rolle der Max Conners ist natürlich auch die erste Hauptrolle.

Doch warum bedarf ihre Kostümierung mehr Aufmerksamkeit? Zunächst einmal spielt HEARTBREAKERS in der Gegenwart, das heißt bis auf das möglichst authentische Kopieren der Mode von Zeitgenossen steckt in der Einkleidung der Nebendarsteller nicht viel mehr als das. Bei Gene Hackman hingegen, der den ultrareichen Tensy spielt, muss seine Kleidung natürlich einen gewissen Gesellschaftsstand darstellen. Er ist schon recht alt und man sieht die Einflüsse deiner Jugendzeit in seiner Kleidung, wie Hosenträger oder Strumpfhalter. Aber Hackman taucht im Film weniger als zehn Mal auf und die Auftritte sind recht kurz. Ebenso wie Anne Bancroft als Barbara, die nur zwei Auftritte hat. Einmal als Steuerfahnderin, als sie einen klassischen grauen Hosenanzug trägt und später als Barbara selbst, in dem sie ihren eigenen Stil einer reichen Miamianerin repräsentiert, mit einem sommerlichen Seidenoberteil und einer auffälligen bunten Kette aus Miniaturobst. Page Conners, gespielt von Jennifer Love Hewitt, hat zwar eine ebenso große Rolle wie Mutter Max, doch ist ihre weniger komplex. Sie ist ein junges Mädchen, strebt schöne Kleider an und geizt nicht mit Reizen. Außerdem sehen wir sie im Film in insgesamt vier Rollenspiele: Zu Beginn als Sekräterin Wendy, zwischendurch als Bewerberin zur Haushaltshilfe, als sie selbst und als sie selbst in aufreizender, nämlich als sie sich einen neuen Fisch angeln will, ihr versteht schon.

Max Conners sehen wir dagegen als brave und gläubige Angela Nardino, als feurige und wohlhabende Russin Ulga Yevanova und als Mutter. Drei ganz unterschiedliche Rollen, die sich alle optisch sehr von einander unterscheiden. Der Punkt ist, dass sie anhand ihrer Kleidung vor allem ihren Konstostand darzustellen versucht. Als Privatperson, also einfache Mutter, die für sich und ihre Tochter sorgen will, pflegt sie schon einen wohlhabenden Kleidungsstil. Er passt zu Miami, ist farbenfroh und sommerlich und enthält einfache Klassiker wie die omnipräsente Chanel-Tasche oder eine Perlenkette. Für die beiden anderen Rollen im Film verucht sie aber über ihren eigenen Standart hinaus noch einen gewissen Reichtum darzustellen, eben um bei ihrem Ziel, einem wohlhabenden/reichen Mann, Vertrauen zu erwecken, ganz im Sinne von Reiche zu Reiche, Staub zu Staub. Denn wie im Film schon erwähnt wird, lässt der typische Millionär in Palm Beach sich nicht mit jeder ein und eine Hochzeit wird stets mit einem Hochsicherheits-Hochzeitsvertrag abgeschlossen, damit der Eigentum auch ja gesichert ist. Was wirkt da also vertrauensseliger, als wenn man selbst ebenso viel Geld auf dem Konto hat, dass das also nicht das Kriterium ist, weshalb man sich gerade diesen alten Sack ausgewählt hat! Sigourney Weavers Kleider bedurften also einer besonderen Bearbeitung. Und das Ergebnis folgt jetzt in Bildern.

Angela Nardino: Angela ist eine unschuldige und gottesfürchtige Frau, die nie mit jemanden ins Bett gehen würde, mit dem sie sich nicht vor Gott hat trauen lassen. Praktisch, so spart sich Max den unnötigen Körperkontakt zu all den Widerlingen, denen sie nicht an die Wäsche, sondern ans Bankkonto will. So beginnt der Film mit einer ihrer unzähligen Hochzeiten. Mit dunkelblonden, gepflegten Locken vermittelt sie das Bild einer durchschnittlichen Frau. Ihr Brautkleid ist blau, klar, dass sie in dem Alter nicht mehr jungfräulich ist, also vermutlich vorgibt, schon verheiratet gewesen zu sein. Doch irgendwie wirkt alles noch ein bisschen bieder. Doch später, als die Hochzeitsnacht beginnt, die natürlich geschickt von Max abgebrochen wird, öffnet Max, also Angela, ihr Kleid mit einem Handgriff und präsentiert darunter einen echt heißen Ganzkörperbody aus Spitze. Später, im dritten Outfit, trägt sie durchgehend schwarz. Es sind die außergerichtlichen Verhandlungen zur Scheidung, Angela wurde betrogen und ist in Trauer über die Enttäuschung.

Max Conners: Das ist also der privte, natürliche Look von Max. Ich bin ja oben bereits auf ihn eingegangen. Vielleicht ist noch hinzuzufügen, dass sie ihre Outfits oft mit überdimensionalen Hüten komplettiert. Bei meiner Suche nach der Bedeutung von Hüten bei wohlhabenderen Frauen (bestes Beispiel ist der Kentucky Derby), bin ich auf diesen Artikel gestoßen. Er beschreibt zwar die Mode um 1910, aber ich finde, man kann durchaus Parallelen entdecken zwischen dem im Film dargestellten Stil einer Frau der gehobenen Gesellschaftsklasse im Jahre 2000 und derselben 90 Jahre zuvor. Das mehrmalige Umziehen am Tag, die Wertschätzung bzw. das Muss von Qualität des Stoffes und der Materialien, die Farben, die Täschchen und eben die pompösen Hüte. Aber lassen wir das mal als bloße Theorie im Raum stehen.

Ulga Yevanova: Aaaah, Ulga ist definitiv mein Liebling, Schmuckstück des ganzen Films! Die rotbraune Perrücke ist schon die perfekte Wahl für Sigourney. Die glamourösen Kleider sind ein absoluter Blickfang. Und prächtige Stoffe wie Samt, Seide, Spitze, und sogar Pelz bieten eine amüsante Abwechslung.

Fine.

Ein Kommentar

  1. Supertoll geschrieben! Ich glaube, ich werde mir den Film in jedem Fall mal wieder anschauen. Lg

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