ROMY SCHNEIDER SO KESS WIE NOCH NIE!

Apropos Persönlichkeiten. Personenkult hat vermutlich eine so lange Tradition, wie der Mensch und die Gesellschaft selbst. Ich selbst betreibe sie täglich, wenn ich im Netz nach den neusten Bildern von Alexa Chung oder Chloè Sevigny suche. Und Ihr habt sicher auch die eine oder andere oder den einen oder anderen in Euren Götterhimmel emporgehoben. Vielleicht sollte mir das Anlass geben, mein Selbstbewusstsein oder was auch immer anzuzweifeln, wenn ich bedenke, wie viele Persönlichkeiten ich auf diesem geistigen Podest stehen habe. Sicherlich auch ein Grund dafür, die Seite hier Proletkult zu nennen und diesen Kult, den ich ohnehin privat betreibe, mit Euch zu teilen, in der Hoffnung, weitere Anhänger zu finden. Ich könnte dieses Thema noch weiter vertiefen, aber eigentlich wollte ich nur auf eine spezielle Ausstellung hinaus, die uns Gelegenheit gibt, diesen Kult auszuleben. Vorausgesetzt man ist Romy Schneider Fan.

(Beide Fotografien von F.C. Grundlach, 1961/62)

„Die Ausstellung thematisiert sowohl die Rollen- und Imagewechsel der Schauspielerin als auch ihre Darstellung in den Medien. Bilder aus Film, Presse und Privatleben werden nach wiederkehrenden Motiven gruppiert und mit Filmausschnitten kombiniert. Medieninstallationen zeigen das Wechselspiel zwischen Projektion und aktiver Selbstinszenierung. Ergänzend werden Plakate, Kostüme, Korrespondenzen, Fan-Artikel sowie zahlreiche Fotos von Romy Schneider, ihren Filmpartnern und ihrer Familie präsentiert. Die Hommage versucht, sich Romy Schneider als Star und Privatperson zu nähern und ihren Lebensweg nachzuzeichnen: die frühen Rollen, ihre mutige und konsequente berufliche Emanzipation, ihre private Tragödie und ihre große Leidenschaft, die mit ihrem frühen Tod endete.“

Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Juni in der Bundeskunsthalle in Bonn. Für die Zukunft werden weitere Ausstellungen angekündigt, die sich mit der Filmwelt befassen werden. Hier nun noch einige Bilder meines Besuchs:

Entwurfsbuch mit Kostümskizzen (Reproduktion) – LE VIEUX / DAS ALTE GEWEHR, 1975

Filmkostüm für SISSI – DIE JUNGE KAISERIN, 1956 – Krönungskleid aus Creme-Brokat mit feinen Goldlinien und Tüllspitze, Perlen um Ausschnitt und arme, goldener Paillettenstickerei, Knopfverschluss und Krinoline.

Filmkostüm nach einem Entwurf von Jacques Fonteray für LA BRANQUIÈRE / DIE BANKIERSFRAU, 1980 – Seidencrépe, Gürtel mit Metallschnalle, zweiteiliger Schal

Kostüm im Chanel-Stil für Jessica Schwarz nach einem Entwurf von Barbara Baum – ROMY, 2009 – Kostüm: Wollstoff, Goldknöpfe, handgefertigerter Borte. Bluse: reinseidener Crèpe de Chine

Sissi-Anziehpuppen (Alster Atelier Mediendesign und Kommunikation GmbH, Hamburg)

Und drei Fotografien aus dem Netz, die ebenfalls in der Ausstellung gezeigt werden: Romy mit Coco Chanel bei einer Anprobe, 1961:

Für den Film LA PISCINE [Der Swimmingpool], in denen neben Romy auch Alain Delon und Jane Birkin mitspielen, geht’s hier entlang.

P.S.: Der Spruch „Romy so kess wie noch nie!“ entstammt dem deutschen Filmplakat zu WHAT’S NEW PUSSYCAT? von 1965. Brachte mich irgendwie zum Schmunzeln. Noch witziger war aber, dass von der Führung offenbar eine Information am meisten bei den Besuchern hängengeblieben ist: dass Romy Schneider bei 1,77m 48 Kilo wog.

4 Kommentare

  1. Kristina

    Sehr schöner Post. :)

  2. Hi, sicher, dass es nicht 1,67 m waren? Weil: ich bin 1,78 m (also 1 cm größer) und wenn ich mal unter die 60 Kilo rutsche, bin ich nur noch „Haut und Knochen“ und die Leute wollen mich zum Arzt schicken…wenn die Daten stimmen sollten, müsste Romy demzufolge sichtbar magersüchtig gewesen sein. Und obwohl sie natürlich schlank war, sah sie weder in Filmen noch auf Fotos wirklich ausgehungert bzw. dürr aus. Übermäßig großgewachsen wirkte sie übrigens auch nicht, davon abgesehen.

    P.S.: Aber die Ausstellung ist sehr interessant. Danke für die Fotos.

    • Haha, ja das dachte ich aber auch. Ich hab’s tatsächlich nur beim Vorbeigehen aufgeschnappt, als es von zwei oder drei verschiedenen Frauengruppen kam. Da ist sicher was bei der Führung verwechselt worden. ;)

  3. Pingback: L’ENFER [1964] « proletkult

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