ANCHORMAN | „YOU STAY CLASSY, SAN DIEGO!“

Rat Pack, Brat Pack, Frat Pack… da kann man mal schnell durcheinander kommen. Dass ich die Formatierung des Brat Packs um John Hughes besonders mag, könnt Ihr hier auf Proletkult nachvollziehen. Doch von alle jenen ist nur das Frat Pack das wahre Pack. Ben Stillers Neuinterpretation des tollpatschigen Tramps oder Jack Blacks Musikauftritte. John C. Reillys herzliche Charaktere, Luke Wilsons melancholischer, stets verwirrter Blick. Die Jungs beherrschen wahrlich das Genre der amerikanischen Komödie. Ben Stiller ist ja schon lange etabliert, aber es ist witzig, dass in Bezug auf Will Ferrell viele Vorurteile auftreten, seine Filme seien Blödsinn, leerer Quatsch, einfach albern. Aber Liebhaber wie ich wissen natürlich, wieivel hinter der komödiantischen Maske steckt und wissen auch den Unterhaltungswert zu schätzen. Ohne darauf jetzt genauer einzugehen, kann ich dennoch einige kurze Beispiele für diese sogenannten albernen Filme des Frat Pracks nennen. ZOOLANDER als Persiflage der Modewelt, STRANGER THAN FICTION als Erzählexperiment oder der musikindustriellen Parodie WALK HARD: THE DEWEY COX STORY.

Und so parodiert ANCHORMAN: THE LEGEND OF RON BURGUNDY die Eitelkeiten des Provinzfernsehens. Den Konservatismus, der sicherlich in kleineren Ortschaften herrscht und sicherlich in den USA, drückt der Film in einem dafür perfekt geeigneten Jahrzehnt aus. Die 70er, funky und glitzern wie sie waren, pflegten auf der anderen Seite auch einen spießigen Stil mit matten Brauntönen und hochgeschlossenen Blusen und Rollkragen. Euch ist sicher klar, dass ich hier nicht nur von der Mode spreche. Und in diesem Jahrzehnt soll, laut Film, die erste weibliche Nachrichtensprecherin engegiert worden sein (welche Frau in Wirklichkeit diese Stelle als erste ausführte weiß ich leider nicht, da konnte mir Google nicht wirklich weiterhelfen). Diese Frau betritt eine bis dahin von Männern beherrschte Welt, was diese nicht einfach so hinnehmen können, natürlich nicht, denn Mann muss schließlich sein Revier verteidigen. Die zeitliche Versetzung der Geschichte hat nicht nur einen sozialkritischen Charakter, sondern auch einen humoristischen. Denn bunte Anzüge und Fönfrisuren sind rückblickend einfach ziemlich komisch. Und der Gipfel ist der Schnurri!

Debra McGuire entwarf, wie schon zuvor in WALK HARD, die Kostüme. Nicht nur die zwei Protagonisten im Film sind ein Blickfang, sondern das komplette Team von Channel 4 oder auch die rivalisierenden Teams anderer lokaler Fernsehsender. Zumindest für diejenigen unter Euch, die auf den Kleiduhngsstil der 70er abfahren.

Ron burgundy (Will Ferrell): Stets perfekte Anzüge, glanzpolierte Schuhe, perfekt gestylte Haare und eben das berühmte Lächeln. Sogar auf Poolparties, wenn Ron nur im Bademantel und Unterhosen seinen Cocktail schlürft, pflegt er zwar einen schmierigen, aber perfekten Look. Zwischendurch wird er etwas casual und ersetzt das Hemd mit einem Rollkragenpullover, der perfekt zu seinen Haaren übergeht. Und wenn er am Ende gekündigt wird und keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht, lässt er sich übel gehen, trägt permanent ein (ziemlich cooles) T-Shirt (übrigens typisch für Will Ferrell in seinen Filmen) und betrinkt sich mit Milch, die verzweifelt seinen Bart entlang runtertropft:

Veronica Corningstone (Christina Applegate): Oooh Christina Applegate ist hier wirklich ein Traum! Die Selbstsicherheit, die ihre Rolle ausstrahlt, erinnert mich an die ebenfalls recht feministische Rolle von Faye Dunaway in NETWORK. Eben den gleichen Look tragen die beiden Charaktere dann auch. Sie sind atemberaubend schön, lehnen sich mit ihren Anzügen an die Männermode an und bezaubern dann doch wieder mit überfeminininen Details. Veronica Corningstone ist also die erste weibliche Nachrichtensprecherin und sie glänzt nicht nur mit Souverönität, sondern auch mit einem fabelhaften Stilgefühl:

Und noch ein paar Bilder der anderen kleineren Auftritte. Ben Stiller oder Vince Vaughn… haha die Szenen zwischen den verschiedenen Nachrichtenteams sind einfach zu absurd aber auch echt herrlich!

3 Kommentare

  1. Paul Rudd sieht ja „scharf“ aus…

  2. Afternoon Delight ;)

  3. Pingback: SLUMS OF BEVERLY HILLS [1998] « proletkult

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