MYSTERY TRAIN [1989]

I can’t help falling in love with MYSTERY TRAIN! Vor Jim Jarmusch waren mir Episodenfilme ja kaum ein Begriff, zumindest weckten sie mein Interesse genauso sehr, wie eine neue Staffel irgendeiner Castingshow, also nada. Mit COFFEE & CIGARETTES wählte Jarmusch nicht nur ein mir sehr willkommenes Ambiente, sondern zeigte mir, wie man einfache Geschichten mit einer Rahmenhandlung spannend miteinander verbinden und den Zuschauer am Ende damit entzücken kann. Einen Höhepunkt des Genusses erreiche ich vor allem bei seiner offensichtlichen Vorliebe für Symmetrie der Handlung oder Bilder, die ich absolut mit ihm teile. Der Anfang kann wieder das Ende sein (wie hier die Szenen im Zug in MYSTERY TRAIN), die Bilder der verschiedenen Episoden entsprechen dem gleichen Motiv (die Schachbrettmuster auf den Kaffeetischen in COFFE & CIGARETTES) oder die Überblendung zur nächsten „Episode“ hat einen einheitlichen Stil (die Weltuhren in NIGHT ON EARTH). Jarmusch spielt mit der Rahmenausstattung und legt ein bestimmtes Thema, bzw. eine bestimmte Aktivität fest, denen seine Charaktere folgen: In MYSTERY TRAIN ist es eine Nacht im Hotel, in COFFEE & CIGARETTES sind es die Gespräche bei Kaffee und Zigaretten, in NIGHT ON EARTH die Taxifahrten. Das äußere wird festgelegt, dafür scheinen die Charaktere einfache, manchmal skurrile Persönlichkeiten, die sich frei über den Alltag unterhalten oder manchmal auch gar nichts tun, außer gut auszusehen.

Gut aussehen, das tun die Charaktere auch in MYSTERY TRAIN. Geteilt ist die Story in drei Segmenten, alle drei spielen sich in Memphis, Tennessee ab. Eine Stadt, die einst Hochburg des Blues, Souls und Rock ’n‘ Rolls der 50er Jahre  war, nun aber zu einem einzigen Elvis-Presley-Mausoleum verkommen zu sein scheint. Im ersten Segment trifft das Touristenpärchen Jun und Mitsuko aus Yokohama in Memphis ein. Sie sind ganz offensichtlich Fan der Rock ’n‘ Roll Ära und sind von Kopf bis Fuß im Rockabilly-Stil eingekleidet. Achtet mal auf die Details, Mitsuko trägt zum Beispiel eine fabelhafte Lederjacke mit der aufschrift „Mister Baby“ oder eine Handtasche, die wie ein Löwen-Plüschtier aussieht. Und Jun besitzt ein paar herrliche Underground Creepers.

FAR FROM YOKOHAMA:

A GHOST:

(mit der schönen Nicoletta Braschi!)

LOST IN SPACE:

Die Hotel-Nachtarbeiter (darunter Screamin‘ Jay Hawkins!), die Touristenführerin in den Sun-studios und ein Touristenabzocker. Na erkennt ihn wer? Der Glatzkopf ist Tom Noonan, alias Der Ripper aus einem meiner Lieblingsfilme LAST ACTION HERO:

Ende.

Ein Kommentar

  1. Pingback: CLOTHES MAKE THE MAN « proletkult

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