SECRETARY [2002]

Der Sekretärinnenberuf in Filmen wirkt immer wieder verführerisch. Keine körperliche Verausgabung, geregelte Arbeitszeiten im Büro und eine ordentliche Bezahlung, denn wie sonst lässt sich die meist außerordentliche Garderobe der Figuren erklären? Wir erinnern uns an Chloë Sevigny in AMERICAN PSYCHO, Anne Hathaway in THE DEVIL WEARS PRADA, an Annie Potts in GHOSTBUSTERS oder den niedlichen Büromäuschen in SCHINDLER’S LIST. Bei der herrlichen physischen Erscheinung vergisst man zuweilen den psychischen Stress, den die Darstellerinnen in ihren Rollen wiedergeben. Der Chef ist meist ein narzistisches Arschloch, das Privatleben leidet unter den Überstunden und bei den Extrawünschen kann man eigentlich auch nie etwas richtig machen.
In SECRETARY nimmt das ganze noch extremere Formen an. Lee [Maggie Gyllenhaal] muss ihrem Vorgesetzten Mr. Grey [James Spader] nicht nur in ihrer Arbeit dienen, sie tut dies mehr als freiwillig und unterwirft sich ihm auch in körperlicher Hinsicht. Das ganze entwickelt sich dann zu einer manchmal komischen manchmal bedrückenden sadomasochistischen Beziehung. Nicht von ungefähr, denn Lee wurde gerade aus der Psychatrie entlassen, nachdem sie sich fast tödlich selbst verletzte. Psychologisch gesehen recht komplex.
Aber kommen wir zurück auf die Uniform im Büro und werfen einen Blick auf Marge Bowers‘ Arbeit:
Gerade aus der Klinik entlassen. Leelässt sich offenbar noch etwas gehen, Eitelkeit ist jetzt offenbar das letzte, was sie empfindet. Auch wenn ich persönlich ihren Öko-Grunge-Look ziemlich geil finde.


Was für ein Kleid! Da hat Mutti sie wohl gedrängt, darin hineinzuschlüpfen. Schließlich muss der Schein gewahrt werden. Das Pink wirkt ja auch so herrlich mädchenhaft und glücklich.


Tja und dann geht’s los. Lee beherrscht den Büro-Dresscode ziemlich gut. Hochgeschlossene Blusen, unaufdringliche und gepflegte Haare, Bleistiftrock.





Und mein Favorit: die Schluppenbluse.

Noch ganz euphorisiert von ihrem ersten masochistischen Erlebnis im Büro, scheint Lee aufzublühen. Sie trägt ihre Haare nun offen und weniger mädchenhaft und versucht ihrem Chef schöne Augen zu machen.














Nun hat Lee aber ihrem Freund Peter die Verlobung nicht abschlagen können – das war natürlich vor ihrer Liason mit Mr. Grey – und steht nun kurz vor ihrer Hochzeit mit diesem. Glücklich scheint sie darüber nicht.
Aber – Achtung, SPOILER! – es gibt natürlich ein Happy End. Mr. Grey kann sich endlich eingestehen, dass er Lees Gefühle erwidert und rettet sie aus ihrer Misere (nicht nur die bevorstehende Hochzeit, nein, Lee lässt sich noch was ganz gewiztes einfallen, um das Herz ihres Chefs zu erobern).
Und ich finde, jedes gute Happy End sollte mit nackten Brüsten abschließen.

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