PIERROT LE FOU [1965]

In PIERROT LE FOU [ELF UHR NACHTS] geht es nicht mehr um die Frau, sondern um den Mann, den kleinen Spatzes Ferdinand [Jean Paul Belmondo]. Während das Setting des Frauenportraits UNE FEMME EST UNE FEMME im Alltag gelegt ist, auf den Straßen, dem Arbeitsplatz und im Heim, liegt der Handlungsspielraum vom Männerportrait auf wilden Partys, Yachten, Autos, Bowlingbahnen und Stränden. Aber ich hab nicht vor, wieder eine feministische Anschauung von Godards Filmen durchzuführen, die auch nicht wirklich ernst gemeint sind, denn ich erwähnte ja schon, dass Godards Darstellungsweise von Frauen recht romantisch finde, nur eben manchmal doch klischeehaft. So wie hier in PIERROT LE FOU, wo Belmondo den nach Wahrheit und Weisheit strebenden Schriftsteller spielt und Karina die hedonistische, oberflächliche Geliebte, die ganz nebenbei auch ein paar Leute killt.

Auf mitternachtskino.de heißt es auch: „Vielleicht ist die Rolle der Anna Karina die symbolische Erleuchtung in Ferdinands Wesen. Während er nach Weisheit strebt, sogar in der Badewanne mit seiner kleinen Tochter berühmte Maler diskutiert, immer wieder auf die Wichtigkeit der Kunst pocht, ist Marianna eine interessenlose Lebensfrau, der es eher darum geht, zu sein, als zu haben. Aber anscheinend will der Film uns auch etwas über das Unverständnis unterhalb der Menschheit sagen. Um blinde, emotionsgeleitete Liebe. Oder auch nicht. Aber das ist eben Godard.“

Und das ist ja das Coole an Godars Filmen, dass sie so viel Interpretationsraum bieten und man weiß, dass man völlig daneben liegt, weil dieser verrückte Mann sich wohl einfach einen beim Filmen abgelacht hat und willkürliche Ideen verwendet hat, um es dem Zuschauer zu überlassen, einen kausalen Zusammenhang zu erstellen.
Die Charaktere jedenfalls schwanken zwischen romantischen Helden und skrupellosen Kriminellen und wechseln diese Rollen wie die Cinematografie des Films.
Worum es im Film grob geht, fassen mitternachtskino.de und ARTE zusammen. Und nun genießt einfach ein paar Filmbilder und versucht – für den Fall, dass Ihr den Film noch nicht gesehen habt – Euch einen Zusammenhang zu erschließen. Das hab ich damals nämlich versucht, als ich ein paar Bilder vom Film im Internet sah und keine Ahnung hatte, warum zum Beispiel die zwei Erwachsenen da jetzt mitten in der Handlung Pieds-Nickeléslesen…































Oh und nochwas: Juliane von Reigen postete vor einiger Zeit mal was über den Vor- und Abspann und die Einblendungen in Godards Filmen, die ja optisch immer ein Genuss sind, aber eigentlich nur noch mehr Verwirrung stiften…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: