TWIN PEAKS – COFFEE, CHERRY PIE & LOTS OF PLAID

„WHO killed Laura Palmer? Who cares – as long as you know whose side you’re on when it comes to the Twin Peaks fashion craze.“
Ein bisschen traurig stimmt es mich schon, dass ich nun alle Folgen von TWIN PEAKS (manche auch mehrmals) und das Prequel TWIN PEAKS – FIRE WALK WITH ME gesehen habe. Elin Kling outete sich vor einigen Tagen schon als Fan und empfahl meine neue Lieblingsserie als den perfekten Begleiter für kalte Tage. Und die amerikanische Serie PSYCH huldigte ihm Anfang des Monats eine gesamte Episode!
20 Jahre ist es nun her, dass David Lynch und Mark Frost seine Zuschauer in das Geheimnis von Twin Peaks einführten. Die auf den ersten Blick wie eine kitschige Seifenoper wirkende Serie verband eine spannende Kriminalgeschichte mit surrealen und absurden Elementen. Es entstand eine einzigartige Atmosphäre, die den Zuschauer komplett in die Welt von Twin Peaks hinabtauchen lässt. Anfangs rätselt man über den Mord mit – auch wenn die Auflösung leider viel zu früh folgte -, später versucht man die komplizierten Beziehungsgefilde zu entwirren oder die seltsamen Kundgebungen zu entschlüsseln, die „Der Mann von einem anderen Ort“ oder „Der Riese“ Special Agent Cooper machen.
Wie obige Beispiele schon zeigen, hat die Serie von ihrer Popularität nichts eingebüßt. Not quite like Beethoven wählte neulich auch einen Screenshot. Und in North Bend, Washington, dem Drehort der Serie, fand sogar ein 20-jähriges Jubiläums-Festivalstatt, mit Kirschkuchen, „verdammt gutem Kaffee“ und sogar einem Kostümwettbewerb.


Und es sind auch die Kostüme, die der Serie ihren einzigartigen Look verleihen und zur Schaffung der vermeintlich wohligen Atmosphäre beitragen. Die 51201 Einwohner von Twin Peaks scheinen alle mindestens ein Flanellhemd zu besitzen. Das Karomuster kann hier vielerlei – und spaßeshalber natürlich – interpretiert werden. Als Assoziationsmuster für ein idyllisches Berg- und Waldleben (Holzfäller und so, Ihr wisst schon) oder als Tartan-Muster, also als Zugehörigkeitssymbol für einen bestimmten „Clan“. Ich gehe mal noch einen Schritt weiter und vergleiche das Ineinandergewebte des Musters mit dem ineinandergewebten Beziehungsgefilden der Charaktere. Haha.


Karo lässt sich jedenfalls reichlich in der Serie finden und steht beispielhaft für den „Peakie-Look“. Daneben gibt es aber noch weitere Elemente, mit denen die Kostümabteilung hier gespielt hat. Wie im obigen Ausschnitt des UK Mirrors steht, scheint es die Goodies und die Baddies zu geben. Und weil David Lynch auch in der Story gerne mit Klischees spielt, wird dieses Prinzip auch in den Kostümen vorbildhaft umgesetzt.
„Goodie girls are going for the flowing skirts, bobby socks and college cardigans of Laura’s friend Donna. Baddies slip into the tight tartan skirts and fitted sweaters worn by the sexy, mysterious Audrey Horne who couldn’t stand the dead high school queen. As all the guys seem to be baddies, leather biker jackets and tight blue jeans are a must.“
Um das perfekte Vorortidyll darzustellen, bediente man sich also dem 50s-Diner-Style, von den Frisuren bis zu den Schuhen, am besten dargestellt natürlich in den Kostümen der Serviererinnen des Double-R-Cafés. Die Highschool-Jungen geben dagegen den perfekten Marlon-Brando-Verschnitt ab, nur mit „moderneren“ Frisuren, aber dazu in den nächsten Posts mehr. Das interessante an den Kostümen ist der Sprung zwischen den verschiedenen Stilen. und jeweiligen Welten. Wir haben die idyllische Pastellwelt, die robusten Holzfällerhemden und Cowboy-Kluft einiger Charaktere, die exzentrische Welt (dargestellt durch den Riesen, den Zwerg oder einigen anderen echt strangen Figuren), die sinnliche Welt (mit vielen Film-Noir-Elementen!) und natürlich das Gesetz – Agent Cooper in seinem Mantel, die FBI-Uniform und die Sherrifs in ihren jeweiligen Uniformen.
Aber wenn wir von der funktionalen Stellung der Kostüme absehen, müssen wir zugeben, dass die Charaktere einfach verdammt stylisch sind! Ich werde in den kommenden Tagen also versuchen, den Stil der verschiedenen Charaktere in einzelnen Post vorzustellen. So lange gibt es das verstörende Header mit Gordon Coles Cousine vom Prequel, herrlich! Leider konnte ich nicht viel zu den Verantwortlichen der Kostüme finden. Es fallen einige Namen, allerdings scheint es nicht DIE oder DEN Verantwortlichen zu geben, da wenige durchgehend bei der Serie oder in späteren Lynch-Filmen gearbeitet haben. Lässt vermuten, dass David Lynch selbst dazu bestimmenden Einfluss hatte…

Nun, wer TWIN PEAKS kennt und nicht genug kriegen kann oder wer die Serie gerne gucken will (uuuunbedingt!), für den gibt es hier noch ein paar weiterführende Links.♠ Alle Folgen in Screenshots (die mir hier große Dienste geleistet haben!) findet Ihr auf In Twin Peaks
♣ Eine deutschsprachige Charakteren-Zusammenfassung gibt’s auf Laura Palmer Net
♦ Und dann noch die Klassiker FuckYeahTwinPeaks, FuckYeahDavidLynch und Industrial Symphony mit vielen Bildern, Untertiteln, Screenshots und so weiter…

See you in Twin Peaks!

 

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