PREPPY KIDS IN JOHN CARPENTER’S VILLAGE OF THE DAMNED

Ich muss durch Proletkult für ewig verdorben worden sein, denn ich kann keinen Film mehr anständig gucken, ohne ständig die Kostüme zu scannen und zu analysieren! Mit JOHN CARPENTER’S VILLAGE OF THE DAMNED [DAS DORF DER VERDAMMTEN] wollte ich mir eigentlich nur einen alten Jugend-Horrorklassiker angucken, so nebenbei zur Beruhigung (Horrorfilme SIND beruhigend!). Aber die feschen Perrücken der Kids, ihre adrette Kleidung und die perfekt geschnittenen Mäntel und Jacken nahmen meine Aufmerksamkeit so sehr in Anspruch, dass ich das alles in Screenshots festhalten musste.
Robin Michel Bush, die sich im Horror-Genre schon bestens auskennt, schien zu wissen, wie man mit scheinbar harmlosen Klamotten einen gruseligen Effekt herstellt. Assoziiert man mit den weißen Haaren erstmal Unschuld und Weisheit, wird einem nach wenigen Minuten schon klar, dass diese Kinder ganz und gar nicht unschuldig sind! Eine Tatsache, die einen schon verwirren kann, alleine das macht einem doch schon Angst, das Ungewohnte! Die Perrücken sollten übrigens den Effekt vermitteln, dass die Kinder übernatürlich große Köpfe hätten, was aber irgendwie fehlgeschlagen ist, wie ich finde. Ein Horror wäre da auch noch dieses omnipräsente Grau! Ich meine, wem graut es nicht bei der Vorstellung von monotonen Uniformen, ohne jeglichen Individualismus? Obwohl ich diese Exemplare, die sich ja in ihren Details stark voneinander unterscheiden, ziemlich ansprechend finde. Wenn ich noch zur Schule gehen würde und Schuluniformen ein Thema wären, wäre das hier mein erster Vorschlag! Doch im Kontext der Geschichte ist das natürlich was anderes. Die Alien-Kinder wirken darin auf den ersten Blick so brav und gehorsam, ganz wie aus idyllischen Schulaufnahmen aus den 1930ern und 40ern, wo noch Zucht und Ordnung herrschte. Aber die graue Kleidung und die farblosen Haare – wie soll man jemanden bei dieser Neutralität noch durchschauen? Aber das schönste an den Kindern sind ihre lieblichen Augen. Solche Augenfarben habt Ihr noch nicht gesehen, da kann man sich schon drinnen verlieren!
So weit so gut, doch John Carpenter’s Version erhielt nicht gerade gute Kritiken, als einfallsloses Remake des Originals von Wolf Rilla (schöner Name für einen Horrorfilm-Regisseur) von 1960. Ich habe Rillas Version zwar bisher nicht gesehen, beim Durchklicken der Bilder gefällt mir die Aufmachung der Kids aber schonmal viel besser. Auch der Perrücken-Effekt scheint hier gelungen. Neue Ideen sind beim Remake in Sachen Kostüme also nicht geflossen. Dennoch: Dieser Preppy-Look der Kids wirkt als Kontrast zur 90er-Jahre Mode der Dorfbewohner viel furchterregender als im Vergleich zur 60er-Jahre Mode des Vorgängers und… oh man… ich sagte ja, ich bin verdorben…


Süß wie der kleine David ganz rechts mit seiner Bomberjacke raussticht.







Na klar, die Anführerin hat natürlich den schärfsten Haarschnitt!



Ist das nicht der Traum eines Lehrers?




Lieblich!



Auch ein verdammt gruseliger Effekt, wenn auch angeblich unbeabsichtigt: Die blond-blauäugigen Kids erinnern stark an den „arischen Idealtyp“ der Hitlerjugend.






Ist er nicht putzig?


Kuckuckskinder








Niedlich, die Kleine.

Abgesehen von den Kindern sind natürlich auch die 90er-Jahre-Provinzoutfits ein Hingucker. Aber das Highlight ist Kirstie Alley, die die toughe Wissenschaftlerin mit metropolem Stil vorbildlich verkörpert. Während die Kinder stets ihr Grau und Weiß kultivieren, trägt Kirstie ausschließlich Schwarz. Doch auf der Beerdigung, bei der alle in Schwarz gekleidet sind, steigt sie um auf Beige. Das ist absolute Coolness!

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