THE LADY FROM SHANGHAI [1947/1948]

„Warum ließen Sie ihr die Haare schneiden?“, fragte man Orson Welles über den neuen Look seiner Gattin Rita Hayworth in THE LADY FROM SHANGHAI. „Vergessen Sie nicht, sie sollte eine Person spielen, die sie im Film noch nie war. Sie hätte nicht das bekannte Titelblattmädchen sein können. Sie musste anders aussehen. Also bekam sie kurze, platinblonde Haare.“

Und so einigten sich beide darauf, Ritas Markenzeichen, ihre lange, rote Wallemähne, abzuschneiden und zu bleichen. Der neue Look und ihre Rolle als intrigante Femme Fatale wurde vom Publikum schlecht aufgenommen und böse Zungen behaupten, Welles hätte sich mit diesem Akt an seiner Frau insgeheim rächen wollen, da ihre Ehe zum Zeitpunkt der Dreharbeiten schwer kriselte (und kurz darauf scheiterte). Wenn ich mir jedoch die Bilder der Dreharbeiten anschaue, wie diese hier unten vom Umstyling, fällt es mir schwer zu glauben, dass es im Hause Welles/Hayworth derart zuging. Hayworth setzt stets ihr strahlendes Lächeln auf und Welles sieht einfach zu verführerisch aus, als dass ich ihn negativ beleuchten könnte…
Aber sechzig Jahre später interessieren mich keine verflossenen Liebesgeschichten, sondern die noch immer zeitlosen Kostüme von Jean Louis. Nach mehreren Zusammenarbeiten mit Hayworth, muss ihr diese hier ein besonderes Vergnügen bereitet haben. Die Kostüme beschränkten sich nicht auf glamouröse Abendkleider und Smokings, sondern wandern zwischen Orient und Okzident und übersetzen den maritimen Seemannslook optimal auf die Damenwelt.

Dieses Exemplar entzückt nicht nur mit seinem Muster, sondern enthält tolle Details, wie der Gürtel, der im Kleid verarbeitet scheint oder die Ärmel, die am Rücken hinunterlaufen.
(Ein weißes, gepunktetes Kleid, das mir in Erinnerung geblieben ist, gibt es auch in DIE EWIGKEIT UND EIN TAG.)


Schöne Nägel…

Das erste Kleid links taucht im Film nicht auf, ist jedoch ein Werbefoto. Das schwarze Kleid hat nur einen kurzen Auftritt, aber die Schultern sind einfach so perfekt geformt! Vor einigen Jahren dachte ich noch, Schulterpolster wäre eine Erfindung der 1980er Jahre gewesen. Inzwischen weiß ich’s besser und sie fallen mir nun in vielen alten 40er-Jahre Filmen auf… Das weiße Kleid mit dem Minicape enthält mit seinem fließenden Stoff Einflüsse der orientalischen Umgebung. Der aufgesetzte Kragen als Kontrast ist einfach der Hit! Hier unten nochmal auf einer Werbefotografie.


In der Spiegelkabinett-Szene taucht dieses schwarze Kleid mit dem Spitzenbustier und -handschuhen nicht auf, sondern Hayworths schwarzes Kostüm, das sie bereits im Gerichtssaal trägt. Frechheit.

Oben: Powerpelz. Unten: Das letzte Kostüm. Ihr Hut ist sehr süß und ihre Frisur ist hier so wunderschön asymmetrisch frisiert.

Ich nehme: die Jacke und den Hut…


Tolle Gürteltasche. Und seht Euch die Schuhe an. An mir sehen solche Flip-Flop-Sandalen aber nicht so schick aus!



Mein absoluter Lieblings-Lieblingslook: Rita als Matrosin! Diese Jacke, diese Mütze, die Schuhe, die Brosche! Ein Seetraum…

Ich weiß nicht, was sie in dieser Szene sagt, ich war so abgelenkt von den künstlichen Wimpern, die sonst immer so makellos angeklebt sind.

Folgende Bilder entstanden während der Dreharbeiten, die Kleider darin tauchen jedoch nicht im Film auf:



Before there was Miu Miu…

Und zum Schluss noch etwas Maskulines:


Ahoi Matrose!

Orson Welles in feinsten Leinen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: