NUOVO CINEMA PARADISO [1988]

Für CINEMA PARADISO (schön italienisch ausgesprochen, Tschinema) braucht man einen überdimensionalen Bildschirm und einen einsamen, dunklen Raum, damit man völlig mit den Bildern verschmelzen kann.

Giuseppe Tornatore erzählt die Geschichte einer unkonventionellen Liebe, aber unkonventionell nur, weil sie als solches in der Regel nicht wahrgenommen wird: das Kino.

In einem sizilanischen Dorf freundet sich der kleine Toto mit dem Filmvorführer Alfredo (Philippe Noiret) an und lernt von ihm alles über Filme, das Kino und die Frauen. Die Rahmenhandlung bildet seine Rückkehr ins Dorf, als er nach dreißig Jahren als etablierter Regisseur zur Beerdigung Alfredos zum ersten Mal wiederkommt und sich schlagartig an all die schönen und schmerzhaften Momente seiner Kindheit erinnert.
Für Nostalgiker ist der Film wahrlich paradiesisch und seine Melancholie wird mit der Musik von Ennio Moricone perfekt untermalt. Und im Booklet der Focus-DVD-Edition schreibt Harald Pauli:

„Zu den drei Ks der katholischen Klein-Gesellschaft kommt neben Kirche, Küche und Kinder noch ein viertes: das Kino. Dort wird geweint und gelacht, mitgefiebert und erschrocken weggeschaut, lauthals kommentiert und leise geträumt.“
Es heißt, man wisse zwar nicht, welches Lied das erste war, das man gehört hat, aber jeder Mensch könne sich an seinen ersten Kinobesuch erinnern. Und wer sich ganz Amélie-mäßig im Kino gerne nach den anderen Zuschauern umdreht und sie beobachtet, ist ganz erstaunt darüber, wie gefesselt sie von der Leinwand sind, als seien sie selbst ein Teil des Films. Auf jeden Fall scheint die Uhr im Kino still zu stehen und in CINEMA PARADISO wird sie sogar zurückgedreht und man hat das Gefühl, selbst im sonnigen Sizilien aufgewachsen zu sein.


Das Cinema Paradiso muss viel erleiden: 1.Ende der 1940er-Jahre 2.Nach einem Brand 3.Nuovo Cinema Paradiso – nach dem Wiederaufbau 4.In den 1980er Jahren völlig heruntergekommen und leerstehend, Multiplexkinos beherrschen jetzt den Markt.



Buster Keaton schmückt den Vorführraum.
Genauso wie Clark Gable, Greta Garbo oder Erich von Stroheim.

Die Reflexion sieht aus wie Zauberei… Magie liegt in der Luft (haha).

Diese Aussicht kann man auch hier in Berlin im Tacheles genießen, wenn abends Filme auf die leere Gebäudewand gegenüber projiziert werden. Zwar ohne Ton, aber es hat auch etwas bezauberndes.


Das neue Tschinema ist innen etwas steril…


Brigitte Bardot in ET DIEU… CRÈA LA FEMME [UND EWIG LOCKT DAS WEIB].

Solche Figuren wie Alfredo, die dem Protagonisten auf ihrem Weg begleiten, tauchen in Geschichten und Filmen immer wieder auf. In der fünften Klasse schrieb ich mal in einer Deutsch-Arbeit darüber, dass wir uns doch alle wünschen würden, in unserem Leben gäbe es so einen treuen Freund, der über den Dingen steht und uns weise den Weg weist. Meine Lehrerin, die das Leben gerne überinterpretierte, schrieb dadrunter: „Damit solltest du vielleicht mal mit deiner Mutter reden.“

Totos Jugendliebe.



Guckt er in die Kamera?

Man beachte die Werbeplakate, wie die von Guerlain.
Totos Jugendliebe rechts auf Zelluloid – ungealtert und immer noch wunderschön, eben konserviert. Links das Spiegelbild von Toto – aaaalt.

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